Seit 1990 haben große Veränderungen im Einzelhandel in der Hauptstadtregion stattgefunden. Die Verkaufsflächen in Brandenburg sind stark angewachsen. Besonders große Zuwächse gab es in den an Berlin angrenzenden Landkreisen. In Berlin wuchsen die Verkaufsflächen in den Außenbezirken stark an. Dabei hat sich der Strukturwandel im Einzelhandel in den letzten Jahren beschleunigt. Kennzeichnend sind neue Betriebsformen des großflächigen Einzelhandels und ein überdurchschnittlicher Zuwachs an Verkaufsflächen, insbesondere außerhalb der Innenstädte. Der durch betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen, Kundenwünsche und erhöhte Mobilität bedingte Strukturwandel hin zu großflächigen Standorten führte zu einer Ausdünnung des Standortnetzes und einer Standortverlagerung des Einzelhandels an die Stadtränder. Zentrale Versorgungsfunktionen der Innenstädte wurden oftmals geschwächt und in ländlichen Bereichen die verbrauchernahe Versorgung beeinträchtigt.
In der Folge nehmen der motorisierte Einkaufsverkehr, der Flächenverbrauch und die Aufwendungen für Infrastruktur zu. Insbesondere in der Lebensmittelbranche setzen sich Discount-orientierte großflächige Einzelhandelseinrichtungen immer stärker zulasten kleinerer, auch der Nahversorgung nichtmobiler Bevölkerungsgruppen dienender Einzelhandelsbetriebe in zentralen Lagen durch. Eine räumliche Steuerung bedeutsamer Einzelhandelsvorhaben ist für eine geordnete Entwicklung der Städte und Gemeinden, die Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels und die Sicherung der verbrauchernahen Versorgung von großer Bedeutung.
Um hierfür eine aktuelle und verlässliche Datengrundlage zur Verfügung zu haben, führt die GL derzeit gemeinsam mit den brandenburgischen IHKs, dem Handelsverband Berlin-Brandenburg und dem brandenburgischen Wirtschaftsministerium eine groß angelegte empirische Untersuchung zu Verkaufsflächen und Sortimenten durch (Einzelhandelserfassung).




