Kulturlandschaft

Kulturlandschaft
Kulturlandschaft Bild: Pressestelle Landkreis Potsdam-Mittelmark

Jede durch menschliches Handeln veränderte Landschaft ist eine Kulturlandschaft: ländliche Räume ebenso wie suburban verstädterte Räume. Auch die durch Industrie, Bergbau und Militär stark überformten Gebiete zählen dazu.

Kulturlandschaften werden als Handlungsräume für integrierte Entwicklungsprozesse zwischen Stadt und Land begriffen. Die regionale Akteursebene soll durch den LEP B-B zur eigenverantwortlichen Gestaltung kulturlandschaftlicher Handlungsräume angeregt werden.

Kulturlandschaftliche Handlungsräume

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Kulturlandschaftliche Handlungsräume Bild: GL

Eines der Leitbilder der Raumentwicklung von Bund und Ländern – „Ressourcen bewahren und Kulturlandschaft gestalten“ (2006) bzw. „Raumnutzungen steuern und nachhaltig entwickeln – Kulturlandschaften gestalten“ (2016) öffnet den Blick für Kulturlandschaften als Handlungsräume. Die traditionelle Raumentwicklungspolitik soll um eine aktive Kulturlandschaftsgestaltung ergänzt werden. Dieser Ansatz, der nicht nur auf den Schutz bewahrenswerter Elemente, sondern gerade auch auf die ganzheitliche qualitative Entwicklung der Kulturlandschaften abzielt, wird im Landesentwicklungsprogramm (LEPro 2007) und im Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B) aufgegriffen. Die räumliche Entwicklung wird als eine integrative Aufgabe unterschiedlicher regionaler Akteure aufgefasst, die an regionale Eigenarten und Stärken anknüpft. Nicht in der Betonung des Nebeneinanders von städtisch oder ländlich, von touristisch oder energiewirtschaftlich, von industriell oder landwirtschaftlich geprägten Strukturen, sondern in deren Verknüpfung werden Entwicklungs- und Gestaltungschancen gesehen.

Kulturlandschaften sind ganz in diesem Sinn miteinander verwobene, auf Verflechtungen, auf gemeinsame Geschichte, auf Traditionen, auf typische Produkte, auf Besonderheiten, auf Alleinstellungsmerkmale und auf innovative Entwicklungsansätze beruhende Handlungsräume für eine kooperative und qualitativ ausgerichtete Regionalentwicklung. Anknüpfend an die jeweiligen imagebildenden und identitätsstiftenden Qualitäten und Eigenarten sollen Netzwerke, Steuerungsansätze oder regional wirksame Projekte auf regionaler Ebene entwickelt werden, die nach innen regionale Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation gewährleisten und nach außen eine Marketingwirkung und die Artikulation regionaler Interessen ermöglichen.

Zur Vermittlung des landesplanerischen Ansatzes einer handlungsorientierten Kulturlandschaftsentwicklung wurde von der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung eine Broschüre herausgegeben, in der anhand zahlreicher Beispiele bereits bestehender Kooperationen, Projekte und Netzwerke für eine aktive Gestaltung der Kulturlandschaft geworben wird. Gerade angesichts der Herausforderungen der demographischen Entwicklung, des Klimawandels und der Energiewende sollen diese Beispiele dazu anregen, auch in anderen Regionen eine aktive Gestaltung der Kulturlandschaften als Chance für eine integrierte regionale Entwicklung wirksam werden zu lassen. Kulturlandschaften dürfen nicht als „Idyllen“ verklärt werden, sondern sollen einen Beitrag für eine zukunftsorientierte, auch sozioökonomisch erfolgreiche Regionalentwicklung leisten.

Ein Planungsansatz zur Entwicklung der stadtnahen Kulturlandschaften von Berlin und dem Berliner Umland, die einem beschleunigten Nutzungswandel unterliegen, ist beispielsweise die kooperative Regionalparkentwicklung. Ansätze zur künftigen Gestaltung von Kulturlandschaften im Zeichen von Klimawandel und Energiewende wurden beispielsweise im regionalen Dialogforum zum Gemeinsamen Raumordnungskonzept Energie und Klima – Teil 3 entwickelt.