Siedlungsentwicklung

Lep B B Siedlungundfreiraum
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Die Siedlungsentwicklung in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg wird durch den demografischen Wandel mitbestimmt. In Berlin wächst die Bevölkerung. In einigen Regionen des Landes Brandenburg nimmt sie dagegen stark ab, vor allem im Weiteren Metropolenraum. Zugleich setzt sich die sogenannte Suburbanisierung im Berliner Umland fort, hier wächst die Bevölkerung.

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Die künftige Siedlungsentwicklung, besonders der Neubau von Wohnsiedlungen, soll daher auf bestehende räumliche Schwerpunkte gelenkt werden. Zugleich wird damit Freiraum vor Überbauung und Zerschneidung geschützt.

Neue Siedlungsflächen in Berlin und im Berliner Umland sollen im Kernraum Berlin sowie entlang von „Siedlungsachsen“ („Gestaltungsraum Siedlung“ nach LEP B-B) konzentriert werden. Diese Achsen sind durch leistungsfähige Schienenverkehrstrecken erschlossen, so dass neue Wohnsiedlungen nicht zwangsläufig mehr Autoverkehr mit sich bringen. Die Gemeinden haben innerhalb des „Gestaltungsraums Siedlung“ umfangreiche Spielräume für eine nachhaltige kommunale Planung.

Auch die Entwicklung von Wohnsiedlungsflächen in den Zentralen Orten des weiteren Metropolenraums wird durch die Landesplanung nicht quantitativ begrenzt. So werden zukünftige Wohnsiedlungsflächen an solchen Standorten entwickelt, an denen auch langfristig die Funktionen der Daseinsvorsorge sichergestellt werden können, wo also Ärzte und Schulen, Freizeitangebote und Arbeitsstätten vorhanden sind.

Die Siedlungsentwicklung in den Ortsteilen außerhalb des „Gestaltungsraums Siedlung“ und in Nicht-Zentralen Orten im weiteren Metropolenraum soll vorrangig auf die Innenentwicklung gerichtet werden. Indem vor allem nicht genutzte Flächen oder Brachflächen innerhalb vorhandener Siedlungsgebiete nachgenutzt werden, kann eine Überbauung außerörtlicher Landschaftsräume vermieden werden. Im Rahmen der Eigenentwicklung bietet sich diesen Gemeinden über die Innenentwicklung hinaus eine zusätzliche Entwicklungsoption (0,5 ha/1000 EW in 10 Jahren).

Über diesen landesplanerischen Rahmen hinaus ist im Einzelfall die Entwicklung weiterer Wohnsiedlungsflächen zulässig, wenn siedlungsstrukturelle Bedingungen eine Innenentwicklung nicht ermöglichen oder ein nachgewiesener spezifischer Bedarf der Gemeinde eine zusätzliche Außenentwicklung rechtfertigt. Hinsichtlich der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung entsprechen diese Spielräume dem künftigen Entwicklungsbedarf der Gemeinden und tragen auch der z. T. negativen Bevölkerungsentwicklung Rechnung.

Auch mit seinen qualitativen Vorgaben zielt der LEP B-B auf den Vorrang der Innenentwicklung, die Anbindung neuer Siedlungsflächen an vorhandene Stadt- und Dorflagen oder die Vermeidung der Erweiterung von Splittersiedlungen. Damit wird einer weiteren Zersiedelung der Landschaft entgegengewirkt. Neue Infrastrukturinvestitionen z. B. in Straßen oder Ver- und Entsorgungsleitungen werden vermieden. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sollen die Gemeinden daher alle Möglichkeiten der Innenentwicklung und angemessenen Nachverdichtung ausschöpfen. Da die Revitalisierung von Standorten häufig allerdings eine komplexe Herausforderung darstellt, ist es wichtig, in der kommunalen Planung einen Überblick über vorhandene Möglichkeiten der Nachverdichtung zu schaffen. Diese Möglichkeiten werden selbst in kleineren Kommunen häufig unterschätzt. Ihre Nutzbarmachung soll im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung angestrebt werden. Hierfür sind (inter)kommunale Gesamtkonzepte zur Siedlungsentwicklung hilfreich.