Verkehr und Infrastruktur

Lep B-B Verkehr
LEP B-B, © GL

Die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit von Regionen als Wirtschafts- und Lebensräume gründet auf einer gut funktionierenden räumlichen Mobilität. Sie ermöglicht den Kontakt von Menschen und den Austausch von Gütern in einer immer enger vernetzten Wirtschafts- und Arbeitswelt.

Die Hauptstadtregion steht dabei im Wettbewerb mit anderen europäischen und deutschen Metropolregionen. Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und ihre Vernetzung mit anderen Metropolregionen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der Hauptstadtregion. Verflechtungen und damit neue Wertschöpfungspotenziale ergeben sich heute meist in großräumigen Raumentwicklungskorridoren. Deren Rückgrat sind die transnationalen Verkehrskorridore.

Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg liegt als bedeutender europäischer Verkehrsknoten im Schnittpunkt von drei Korridoren des transeuropäischen Verkehrsnetzes:

(TEN-V):

Orient-östliches Mittelmeer,

Nord-Ostsee und

Skandinavien-Mittelmeer

Für die Entwicklung der Hauptstadtregion sind dabei insbesondere die in Ost-West-Richtung (von London/Paris über Berlin/Brandenburg bis nach Moskau) und in Nord-Süd-Richtung (von Skandinavien über Berlin/Brandenburg in den Adriaraum) verlaufenden Korridore von besonderer Bedeutung. Investitionen und Maßnahmen (z.B. verbesserte Schienenanbindung) werden daher vor allem auf diese Vernetzungen ausgerichtet.

Innerhalb der Hauptstadtregion bildet das Konzept der Zentralen Orte das Rückgrat der polyzentrischen Raum- und Siedlungsstruktur und damit auch den räumlichen Orientierungsrahmen für die Verkehrsinfrastruktur.

Leistungsfähige Straßen- und Schienenverbindungen zwischen den Zentralen Orten sind wichtige Voraussetzungen, um den Mobilitätsanforderungen, z. B. der Wirtschaft, zu entsprechen und werden daher auch durch den LEP B-B gesichert. Die Metropole Berlin ist als wichtigster Knotenpunkt in das System eingebunden. Die Verbindungen orientieren sich am bestehenden Netz von Bundesautobahnen, Bundes- und Landesstraßen bzw. Schienenstrecken, stellen jedoch keinen konkreten Trassenverlauf dar. Die konkrete Planung des Erhalts oder ggf. Ausbaus der Straßen und Schienenwege ist Aufgabe der Verkehrsverwaltungen.

Die im LEP B-B ausgewiesenen Zentralen Orte und ihre Versorgungsbereiche sind funktional eng mit einander verflochten. Voraussetzung für das Funktionieren dieser Verflechtung ist die Mobilität. Der Abgrenzung der Verflechtungsbereiche liegt ein Distanzkriterium von „dreißig bis maximal fünfundvierzig Minuten“ zugrunde. In dieser Zeit ist der Zentrale Ort auch von den peripheren Teilen des jeweiligen Verflechtungsbereiches „über die Straße“ erreichbar. Dabei werden alternative Modelle zur Befriedigung der Mobilitätsbedürfnisse der Menschen vor allem in Landesteilen mit erheblichen Bevölkerungsverlusten immer wichtiger. Anrufbus, Bürgerbus, Taxibus oder Sammeltaxi sind nur einige Beispiele dafür. Das passende Modell herauszufinden, ist die Herausforderung der mittelzentralen Verantwortungsgemeinschaften.

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist derzeit das wichtigste Infrastrukturvorhaben in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, dessen Rahmen über landesplanerische Regelungen geschaffen wurde. Der Landesentwicklungsplan Flughafenstandortentwicklung (FU-BBI) legt fest, dass zur Deckung des nationalen und internationalen Luftverkehrsbedarfs der Länder Berlin und Brandenburg der Flughafen Berlin-Schönefeld weiter zu entwickeln ist. Mit Inbetriebnahme der Kapazitätserweiterung am Standort Schönefeld sind die Flugplätze Berlin-Tempelhof (bereits erfolgt) und Berlin-Tegel zu schließen und ihre Flächen einer anderen Nutzung zuzuführen. Bis zur Eröffnung des Verkehrsflughafens BER soll der Linienflugverkehr und Pauschalflugreiseverkehr (über 14.000 kg Abflugmasse) gemäß LEP B-B auf das Berliner Flughafensystem, danach ausschließlich auf den Flughafen BER konzentriert werden.

Für die Entwicklung des Flughafenumfeldes wurde länderübergreifend das Gemeinsame Strukturkonzept FU-BBI erarbeitet. Im Rahmen des Dialogforums AirportBerlin Brandenburg wird die Entwicklung der Flughafenumfeldregion weiter aktiv begleitet.

In Güterverkehrszentren (GVZ) werden Güter zwischen unterschiedlichen Verkehrsträgern umgeladen, für Ladungen zusammengestellt und für Transportfahrten vorbereitet. Unterschiedliche Verkehrsträger (z. B. Straße, Schiene, Wasserstraße), Verkehrsunternehmen, den Verkehr ergänzende Dienstleistungsbetriebe sowie logistikintensive Industrie- und Handelsbetriebe werden an diesen Standorten zusammengeführt und vernetzt. Die Landesplanung trifft Vorsorge für die Freihaltung von Flächen, die für die weitere Entwicklung der GVZ erforderlich sind.

Leitungstrassen, z. B. der Energiewirtschaft, der Wasserver- und Abwasserentsorgung oder der Telekommunikation, sowie Verkehrstrassen sichern die Versorgung und die Mobilität in der Hauptstadtregion. Wo sie entlangführen, sind andere Nutzungen eingeschränkt, treten Immissionsbelastungen auf oder sind Schutz- bzw. Sicherheitsabstände einzuhalten. Deshalb sollen nach dem LEP B-B neu zu bauende Leitungs- und Verkehrstrassen möglichst räumlich gebündelt werden. Damit reduzieren sich insgesamt die Nutzungsbeschränkungen und der Freiraum wird nicht noch weiter von vielen Einzeltrassen zerschnitten.