Gemeinsames Zukunftskonzept für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum - Vision 2030 - beschlossen

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© Ausschuss für Raumordnung der Deutsch-Polnischen Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit

Im Oktober 2014 hat der Ausschuss für Raumordnung der Deutsch–Polnischen Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit beschlossen, gemeinsame programmatische Vorstellungen der Raumentwicklung für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum zu erarbeiten. Dieser Verflechtungsraum umfasst auf deutscher Seite die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg sowie den Freistaat Sachsen und auf polnischer Seite die Wojewodschaften Zachodniopomorskie (Westpommern), Lubuskie (Lebuser Land), Dolnoślaskie (Niederschlesien) sowie Wielkopolskie (Großpolen). Das Gebiet des Zukunftskonzepts ist somit deckungsgleich mit dem der Oder-Partnerschaft.
In zweijährigem intensiven Zusammenwirken von vier Bundesländern und vier Wojewodschaften mit den Raumordnungsexperten des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung und des polnischen Ministeriums für Entwicklung wurde das Konzept Anfang Dezember 2016 – wie von der Regierungskommission beauftragt – im Raumordnungsausschuss beschlossen.
Um das Konzept nachhaltig und von Anfang auch mit anderen Akteuren zu gestalten, wurden die Fachverwaltungen und die Oder–Partnerschaft mehrfach in den Diskussionsprozess einbezogen. Auf dem politischen Spitzentreffen der Oder-Partnerschaft im Januar 2016, bei dem die Ministerpräsidenten Brandenburgs und Sachsens, der Berliner Regierende Bürgermeister, der Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommerns, die Marschälle und Wojewoden der o.g. Wojewodschaften sowie die Marschällin von Lubuskie zusammenkamen, wurde die Wichtigkeit des Projekts und die Unterstützung dafür betont.
Das langfristig wirksame Konzept mit dem Zeithorizont 2030 soll einen Beitrag leisten zur Stärkung des funktional verflochtenen und kooperierenden Raumes im europäischen Maßstab. Es ist ein zusammenfassendes Dokument mit prägnanten Grafiken, das sich insbesondere auf die Leitbilder der Raumentwicklung Deutschlands und Polens sowie die Landesentwicklungs- und Wojewodschaftspläne stützt. Somit konzentriert es sich auf die Grundzüge der Raumentwicklung. Die fachlichen Schwerpunkte liegen in den fünf Themenfeldern
I. Die Vorteile der polyzentrischen Siedlungsstruktur nutzen,
II. Die verkehrlichen Verbindungen verbessern,
III. In die Menschen investieren,
IV. Nachhaltiges Wachstum fördern und
V. Die Grundlagen für eine hohe Lebensqualität sichern.
In einem integrierten „kartographischen Bild“ (sh. oben) werden die raumstrukturellen Ziele für das Jahr 2030 visualisiert. Damit liegt erstmalig eine gemeinsam erarbeitete, strategische raumordnerische Vision für das gesamte Gebiet der Oder –Partnerschaft vor. Das Konzept zielt auch auf ein besseres Marketing für den Gesamtraum und für Einzelprojekte nach außen und eine bessere Identitätsstiftung nach innen sowie auf besser abgestimmte Förderstra-tegien nach 2020.
In den kommenden Monaten wird die bewährte Zusammenarbeit fortgesetzt und ausgeweitet, um mittels geeigneter Projekte das Zukunftskonzept mit Leben zu erfüllen und den gesamten Verflechtungsraum der Vision näher zu bringen.
Auf der Internetpräsentation des D-PL Raumordnungsausschusses unter http://kooperation-ohne-grenzen.de/de/zukunftskonzept/ steht das gesamte Konzept zum Download zur Verfügung.