Hauptstadtregion auf dem 8. Jahresforum der EU-Ostseestrategie

8. Jahresforum
Bild: GL

Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburgs sprach auf dem 8. Jahresforum der EU-Ostseestrategie zu den Belangen der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg im Zusammenhang mit der regionalen Vernetzung des Ostseeraumes. Sie stellte die künftigen Herausforderungen städtischer Ballungsräume in den Vordergrund, die eine europäische Infrastrukturentwicklung mit sich bringt. Konkrete Punkte wie künftig überladene Güterverkehrszentren, die Verbesserung der Pendler- und grenzüberschreitenden Verkehre, die Auswirkungen der Verkehrsstraßen auf Siedlungs- und Grünflächen sowie das Engagement im Bereich der alternativen Kraftstoffe wurden thematisiert.
Gemeinsam mit Vertretern von weiteren Regionen des Ostseeraums wurden eine infrastrukturelle, aber auch regionale Vernetzung des Ostseeraums erörtert: „Wir müssen die Erfolge europäischer Politik besser verkaufen. Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg liegt im Schnittpunkt von drei europäischen Verkehrskorridoren. Das ist ein Standortvorteil, den die Länder Berlin und Brandenburg für ihre Entwicklung nutzen. Es geht um Wirtschaftsansiedlung und Arbeitsplätze. Genauso wichtig ist die Stärkung des umweltfreundlichen Verkehrs. Verkehrskorridore als Entwicklungskorridore zu begreifen, ist europäische Kohäsionspolitik im besten Sinne. Der Ausbau der Bahnlinie Berlin-Stettin ist ein Beispiel. Mit einer elektrifizierten und zweigleisigen Strecke würde die Anbindung nach Polen und in den Ostseeraum deutlich erleichtert. Nur mit guten Verkehrswegen bringen wir das Zusammenwachsen der Länder in der Europäischen Union voran“, sagte Ministerin Schneider in Ihrem Vortrag.

Seminar von Scandria®2Act
Das von der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung geleitete EU-Projekt Scandria®2Act führte mit den Kooperationsprojekten TENTacle und NSB CoRe ein Seminar zum Thema regionale Kooperation zur Anbindung der Regionen an die transeuropäischen Verkehrskorridore durch. Mit über 70 Teilnehmern wurden die Bereiche Multi-Level Governance, städtische Knoten und Raumplanung im Kontext europäischer Verkehrspolitik erörtert. Gemeinsam mit dem Koordinator für Verkehr der Ostseestrategie wurden Perspektiven ausgetauscht und gemeinschaftlich zusammengetragen. Die Ergebnisse werden in die weiteren Projektentwicklungen einfließen. Auch die Vertreter der Europäischen Kommission betonten im Seminar die Bedeutung regionaler Initiativen und der Berücksichtigung von Querschnittsthemen, wie das der Urban Nodes.
Die EU-Ostseestrategie wurde 2009 ins Leben gerufen und ist ein Pilotprojekt für eine neue Form der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union. Koordiniert durch die EU, entwickeln die Ostseeanrainerstaaten regionale Strategien und stimmen sie miteinander ab. Alle zwei Jahre werden die Strategie und der dazu gehörende Aktionsplan überprüft. Hauptziele des Aktionsplans sind die Bewahrung der Ostsee, der Ausbau der Verkehrsverbindungen und die Förderung des Wohlstandes.