Demografischer Wandel

Berlin

Demografie

Der demografische Wandel in Berlin ist vor allem von der Alterung und Internationalisierung geprägt. Berlin wird “älter und bunter”. Ursachen dafür sind eine niedrige Geburtenrate, steigende Lebenserwartung und Zuwanderung. Laut “Bevölkerungsprognose für Berlin 2007 – 2030” hält die Tendenz der insgesamt wieder leichten Bevölkerungszunahme seit 2001 an, so dass sich im Prognosezeitraum ein Bevölkerungszuwachs um rd. 60.000 Personen auf 3,476 Mio. Einwohner ( 1,7 %) ergibt. Weitere Informationen

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Prognose 2030 Berlin Varianten

Bedeutend für viele Politikbereiche ist die Veränderung des Altersaufbaus der Bevölkerung. Der Zunahme des Anteils der älteren Altersgruppen steht die Abnahme des Anteils der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung gegenüber. Das Durchschnittsalter steigt an und die Zahl der Erwerbsfähigen nimmt ab. Neben dem Anstieg der höheren Altersjahrgänge und des Ausländeranteils sind eine Differenzierung der Lebensstile und Lebensmodelle wie auch eine sozial-räumliche Differenzierung und eine Zunahme der Single-Haushalte zu beobachten.

Am 3. Juli 2007 hat der Senat beschlossen, bis Ende 2008 ein Demografie-Konzept für Berlin zu erarbeiten, mit dem sich die Stadt in ressortübergreifenden Handlungsansätzen den Herausforderungen des demografischen Wandels stellt. mehr

Brandenburg

Im Land Brandenburg war der demografische Wandel zunächst durch den massiven Geburtenrückgang nach der Wende („Wendeknick”), Abwanderungen in die alten Länder und Zuwanderungen aus Berlin in das Umland geprägt. Der weitere Metropolenraum (d. h. die Landesteile, die nicht zum Berliner Umland gehören) hat dabei in der Zeit von 1991 bis 2008 knapp 300.000 Einwohner verloren (-15 %), während die Gesamteinwohnerzahl des Landes durch die Zuzüge in das Berliner Umland weitgehend stabil blieb.

Bevölkerungsentwicklung im Land Brandenburg 2009 - 2030 (Prognose 2010)

Die voraussichtlichen Veränderungen in der Bevölkerung bis 2030 sind in drei großen Trends zu beschreiben: Schrumpfung, Alterung und veränderte räumliche Verteilung. Die Einwohnerzahl sinkt insgesamt um ca. 295.000 Einwohner (-11,7 %), und zwar aufgrund zu weniger Geburten, die durch den langfristig positiven Wanderungssaldo nicht mehr ausgeglichen werden können. Das Durchschnittsalter steigt um 8,3 Jahre auf dann 53,2 Jahre aufgrund zu niedriger Geburtenzahlen, der Abwanderung junger Menschen, insbesondere junger Frauen, die dann außerhalb Brandenburgs ihre Kinder bekommen, und der steigenden Lebenserwartung . Der weitere Metropolenraum verliert voraussichtlich 22,0 % der Bevölkerung; dort kommt zu dem hohen Geburtendefizit, allerdings in weit geringerem Umfang, die negative Wanderungsbilanz. Währenddessen nimmt das Berliner Umland um 7,1 % an Einwohnern zu und beheimatet im Endjahr 43 % der Gesamtbevölkerung (2008: 35 %) – auf nur 10 % der Landesfläche. Weitere Informationen

Entwicklung 2030 zu 2008 / in % / in 1.000 natürlicher Saldo (Geburten minus Sterbefälle) in 1.000 Wanderungssaldo / (Zuwanderung minus Abwanderung) in 1.000
Land Brandenburg -11,7 % / -295,2 -375,2 80,0
davon
Berliner Umland 7,1% / 63,7 -85,5 149,2
weiterer Metropolenraum -22,0 % / -358,9 -289,7 -69,2

Wanderungsssaldo des Landes Brandenburg 2009 - 2030 (Prognose 2010)

gegenüber Personen
Ausland 16.000 /
alte Bundesländer -50.000
Berlin 107.000
neue Bundesländer 7.000
Summe 80.000

Quelle: AfS B-BB, LBV 2010

Die Auswirkungen dieser demografischen Veränderungen berühren die Arbeit aller Ressorts der Landesregierung. Für die querschnittsbezogenen, fachübergreifenden Fragen des demografischen Wandels im Land Brandenburg ist die Staatskanzlei zuständig. Das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft ist in den Bereichen Stadtentwicklung, ländliche Entwicklung, Wohnen, Verkehr und in der Landesplanung betroffen. In der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung (GL) ist der demografische Wandel vor allem bei der Aufstellung und Fortschreibung von Landesentwicklungsprogramm und Landesentwicklungsplänen zu berücksichtigen und ein Thema in den Raumordnungsberichten. Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung wird dabei unterstützt vom Dezernat Raumbeobachtung im Landesamt für Bauen und Verkehr, das in seiner Zuständigkeit für die Raumbeobachtung und Bevölkerungsprognose (gemeinsam mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg) ständig die demografischen Veränderungen verfolgt.