Raumordnungsverfahren für 110-kV-Freileitung Neuenhagen – Letschin abgeschlossen

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110kv Neuenhagen Letschin ROV Ergebnis, © GL

Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung hat das von der E.ON edis AG beantragte Raumordnungsverfahren (ROV) für das Vorhaben „Neubau 110-kV-Freileitung Neuenhagen – Abzweig Letschin“ am 31. August 2010 abgeschlossen. Im ROV wurden neun Variantenabschnitte auf ihre Vereinbarkeit mit den Erfordernissen der Raumordnung, insbesondere im Hinblick auf die relevanten Sachgebiete der Raumordnung und Schutzgüter der Umwelt sowie auf die FFH-Verträglichkeit geprüft.

Im Ergebnis des ROV wird festgestellt, dass die Variantenabschnitte 1.1, 1.2, 1.3, 1.4, 1.5 und 1/2 sowie ein Teilstück des Variantenabschnitts 2.2 bei Umsetzung von Maßgaben raumverträglich sind. Die Variantenabschnitte 2.1 und 2.3 sowie ein Teilstück des Variantenabschnitts 2.2 sind nicht raumverträglich; sie stehen im Widerspruch zu den landesplanerischen Festlegungen zum Freiraumverbund.

Bei Modifizierung der Variantenabschnitte 1.4 und 2.2 östlich von Möglin ist eine aus raumordnerischer Sicht noch verträglichere Trassenführung über die Variantenabschnitte 1.1, 1.2, 1.3, 2.2 (westliches Teilstück), modifiziertes Teilstück, 1.4 (östliches Teilstück) und den Variantenabschnitt 1.5 möglich. Für den Bereich südlich von Wesendahl wird zusätzlich eine Trassenneufindung zwischen den Variantenabschnitten 1.1 und 1.2 vorgeschlagen, durch die derzeit noch bestehende Nutzungskonflikte mit den Obstanbauflächen und einem Windeignungsgebiet vollständig ausgeräumt werden können.

Die neue 110-kV-Freileitung ist notwendiger Teil der Anpassung des regionalen Verteilnetzes an die bestehenden und künftigen Anforderungen an eine leistungsfähige und zuverlässige Energieversorgung. Die Freileitung soll konkret dazu beitragen, die Leistungsabführung der Energie aus den bestehenden und geplanten Windparks in der Region langfristig abzusichern.

Das Ergebnis des ROV ist nach § 3 Ziff. 4 ROG ein sonstiges Erfordernis der Raumordnung. Im Rahmen des nachfolgenden Planfeststellungsverfahrens sind die im ROV aufgestellten Maßgaben zu berücksichtigen. Die landesplanerische Beurteilung hat gegenüber dem Träger des Vorhabens und gegenüber Einzelnen keine unmittelbare Rechtswirkung und ersetzt nicht die Genehmigungen, Planfeststellungen oder sonstigen Entscheidungen nach anderen Rechtsvorschriften.