Raumordnungsverfahren für die „380-kV-Freileitung Neuenhagen – Wustermark – Hennigsdorf“ abgeschlossen

Bildvergrößerung: Karte Bekanntmachung Teaser
© GL

Das Raumordnungsverfahren (ROV) für die 380-kV-Freileitung Neuenhagen – Wustermark – Hennigsdorf, den so genannten „380-kV-Nordring Berlin“, ist am 30. August 2011 mit einer landesplanerischen Beurteilung abgeschlossen worden. Vorhabenträgerin ist die 50Hertz Transmission GmbH.

Die neue 380-kV-Freileitung soll zu über 90 Prozent im Trassenkorridor einer bereits bestehenden 220-kV-Freileitung zwischen den Umspannwerken Neuenhagen, Wustermark und Hennigsdorf geführt werden. Nach Fertigstellung der neuen Leitung soll die alte 220-kV-Freileitung zurück gebaut werden. Mit dem Umbau von 220 kV auf 380 kV wird die Übertragungsfähigkeit der Leitung deutlich erhöht. Dadurch werden weitere Einspeisungen von Strom aus regenerativen Energiequellen möglich. Zugleich wird die zeitweise schon bis zur Belastungsgrenze beanspruchte 380-kV-Kabeldiagonale durch Berlin entlastet und damit die Versorgungssicherheit für die Hauptstadt und ihr Umfeld gewährleistet. Auch die Netzanbindung des Stahlwerkes in Hennigsdorf wird gestärkt.

Im ROV wurde die geplante Freileitung auf ihre Raum- und Umweltverträglichkeit geprüft und mit anderen großräumigen Planungen, wie dem Ausbau des nördlichen Berliner Autobahnringes, abgestimmt. Im Ergebnis des ROV wird festgestellt, dass eine raumverträgliche Leitungsführung unter bestimmten Voraussetzungen nahezu auf der gesamten Strecke möglich ist. Nordwestlich von Neuenhagen, wo zwei alternative Trassenführungen miteinander verglichen wurden, soll die Trasse der vorhandenen 220-kV-Freileitung genutzt und auf eine Neutrassierung in einem bisher unzerschnittenen Landschaftsraum verzichtet werden. In den Bereichen Summt und Zeestow können durch Trassenmodifizierungen größere Abstände zu Wohnnutzungen gewahrt werden als bisher. Insgesamt verbleiben vier kurze Konfliktbereiche, in denen Siedlungsbereiche (Wohn- bzw. Wochenendhausgebiete und Kleingärten) nach wie vor direkt überspannt werden. In einigen anderen Bereichen nähert sich die Freileitung Siedlungen stark an. Die 50Hertz Transmission GmbH ist deshalb aufgefordert, in Vorbereitung des nachfolgenden Planfeststellungsverfahrens in diesen Bereichen intensiv nach Möglichkeiten zu suchen, um die Konflikte weiter zu verringern. So bestehen z.B. durch kleinräumige Trassenoptimierungen und Leitungsmitnahmen meist noch Spielräume, um Mindestabstände von 20 Metern zu sensiblen Nutzungen zu gewährleisten und den Bau der Leitung verträglicher zu gestalten.

Das Ergebnis des ROV ist nach § 3 Ziff. 4 ROG ein sonstiges Erfordernis der Raumordnung. Die landesplanerische Beurteilung hat gegenüber der Vorhabenträgerin und gegenüber dem Einzelnen keine unmittelbare Rechtswirkung und ersetzt nicht die Genehmigungen, Planfeststellungen oder sonstigen Entscheidungen nach anderen Rechtsvorschriften. Im Rahmen des nachfolgenden Planfeststellungsverfahrens sind die im ROV aufgestellten Maßgaben zu berücksichtigen.