Planungen zur Versorgung des Heizkraftwerks Reuter West sowie des Berliner Gasverteilnetzes mit zusätzlichen Gaskapazitäten (Zukunftsnetz Nordwest)

Zukunftsnetz Nordwest
Bild: © Vattenfall

Gemeinsam planen die Vattenfall Wärme Berlin Aktiengesellschaft (Vattenfall), die ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS) und die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg GmbH & Co. KG (NBB) den Nordwesten Berlins an die nächstgelegene Ferngasleitung 210 anzuschließen. Ziele der Planungen sind die bedarfsgerechte Gasversorgung des am Vattenfall-Standort Reuter West geplanten hocheffizienten Heizkraftwerkes sowie die Erhöhung der Gaskapazitäten im bestehenden Gasverteilnetz der NBB.

Die drei Projektpartnerinnen planen hierfür den Neubau einer Gasleitung vom ONTRAS-Ferngasleitungsnetz zum Vattenfall-Standort Heizkraftwerk Reuter West. Von dort wird der Neubau einer Gasleitung bis zum NBB-Standort Glockenturmstraße 18 weitergeführt. Insgesamt wird die Leitung technisch bereits für den Transport von reinem Wasserstoff ausgelegt. Auf diesem Weg kann die geplante Infrastruktur nach der Nutzung für Erdgas für den Wasserstofftransport umgewidmet werden.

Die neue Gasleitung zum Heizkraftwerk Reuter West wird mit einer Nennweite von DN 600 und die anschließende Gasleitung zur Glockenturmstraße 18 mit einer Nennweite von DN 400 geplant. Für beide Gasleitungen ist ein maximaler Betriebsdruck von 55 bar vorgesehen.

Für die Gasleitung bis zum Heizkraftwerk Reuter West werden im ROV vier alternative Trassenkorridore mit unterschiedlichen Ausspeisepunkten aus der Ferngasleitung 210 betrachtet. Je nach Trassenführung wird die Gesamtlänge dieser Trasse zwischen 15 und 22 Kilometern liegen. Für die anschließende Gasleitung zur Glockenturmstraße 18 bestehen fünf alternative Trassenkorridore mit Anschlusspunkten an die neue Gasleitung DN 600. Hier wird die Gesamtlänge der Trasse je nach Trassenkorridor zwischen 4 und 10 Kilometern liegen. Von den Planungen unmittelbar betroffen sind die Berliner Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinickendorf und Spandau sowie die Brandenburger Gemeinden Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee, Hennigsdorf, Oberkrämer, Schönwalde-Glien und Wustermark.

Das Raumordnungsverfahren für diese Planungen wird von der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg durchgeführt und wurde am 12. November 2021 eröffnet. Im Verfahren werden die raumbedeutsamen Auswirkungen der Planungen unter überörtlichen Gesichtspunkten geprüft und diese mit anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen abgestimmt. Das Raumordnungsverfahren schließt eine raumordnerische Umweltverträglichkeitsprüfung, eine raumordnerische Prüfung nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie die Betrachtung des besonderen Artenschutzes ein.

Die Öffentlichkeit hat vom 24. November bis zum 23. Dezember 2021 und vom 3. Januar bis zum 5. Januar 2022 Gelegenheit, die Verfahrensunterlage in zwölf Auslegungsstellen sowie bei der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung einzusehen.

Anregungen und Hinweise zu den Planungen werden bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist schriftlich oder persönlich zur Niederschrift bei den vorstehend genannten Dienststellen entgegengenommen. Die schriftlichen Stellungnahmen können auch hier eingegeben oder an die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg, Referat GL 5, Henning-von-Tresckow-Straße 2-8, 14467 Potsdam bzw. an gl5.post@gl.berlin-brandenburg.de gerichtet werden.

Das Raumordnungsverfahren trifft noch keine detaillierten Festlegungen. Es hat deswegen keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung dient der frühzeitigen Information der Bürgerinnen und Bürger über die Planungen. Im Raumordnungsverfahren sind die Bürgerinnen und Bürger nicht Träger eigener Rechte, selbst dann nicht, wenn sie in eigentumsrechtlich gesicherten Positionen berührt werden. Dies erfolgt erst im nachfolgenden Planfeststellungsverfahren.

Die fachlich relevanten Hinweise aus den Stellungnahmen der Öffentlichkeit werden im Verfahren berücksichtigt.

Über das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens wird die Öffentlichkeit nach Abschluss des Verfahrens unterrichtet und die landesplanerische Beurteilung wird im Internet-Auftritt der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung einsehbar sein.