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Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg (GL) hat das europäische Kooperationsprojekt HyAdvanCE – Advancing Hydrogen Planning in Central Europe initiiert und übernimmt als Lead Partner die Gesamtkoordination. Ziel des Projekts ist es, die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft stärker in die räumliche und regionale Planung einzubeziehen und dabei insbesondere grenzüberschreitende Zusammenhänge zu berücksichtigen.
HyAdvanCE wird im Rahmen des Programms Interreg CENTRAL EUROPE 2021–2027 gefördert. Das Projekt läuft von September 2026 bis August 2028 und wird von sieben Projektpartnern aus Deutschland, Polen, Tschechien, der Slowakei und Slowenien umgesetzt. Das Projektbudget beträgt rund 1,21 Mio. Euro; 80 Prozent werden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.
HyAdvanCE wurde im Rahmen des vierten und auf Capitalisation ausgerichteten Calls von Interreg CENTRAL EUROPE ausgewählt. Mit diesem Ansatz sollen Ergebnisse bereits geförderter Projekte stärker miteinander verknüpft, in neuen räumlichen und thematischen Zusammenhängen angewendet und über die ursprünglichen Projekte hinaus genutzt werden.
HyAdvanCE greift hierzu Ergebnisse mehrerer europäischer Wasserstoffprojekte auf. Dazu gehören H2CE und HyEfRE aus Interreg CENTRAL EUROPE sowie H2GreenFUTURE, HyBaBo und H2MA aus weiteren europäischen Kooperationsprogrammen. Bereits entwickelte Strategien, Methoden und Instrumente werden zusammengeführt, an neue territoriale Bedingungen angepasst und praktisch erprobt. Die Erfahrungen aus dieser Anwendung fließen wiederum in strategische und übertragbare Projektergebnisse ein.
Erneuerbare Energiepotenziale, Wasserstofferzeugung, Transportinfrastrukturen und künftige Wasserstoffbedarfe stehen in räumlichen Zusammenhängen, die administrative und nationale Grenzen überschreiten. Planung, Zuständigkeiten und strategische Rahmenbedingungen sind dagegen weiterhin überwiegend national oder regional organisiert. Insbesondere in Grenzregionen besteht daher Bedarf an einer stärkeren Abstimmung räumlicher und energiewirtschaftlicher Entwicklungen.
HyAdvanCE erprobt hierzu in vier Piloträumen unterschiedliche Ansätze der grenzüberschreitenden Wasserstoffplanung. Die Erfahrungen aus den Pilotaktivitäten werden für die Erarbeitung strategischer Dokumente und übertragbarer Lösungen genutzt.
Ein wesentliches Projektergebnis ist eine Hydrogen Planning Guidance. Sie soll einen methodischen und praxisorientierten Rahmen für öffentliche Verwaltungen und regionale Akteure bieten, um Wasserstofferzeugung, Infrastrukturen und Bedarfe in grenzüberschreitenden räumlichen Zusammenhängen zu betrachten und entsprechende Planungsprozesse zu unterstützen.
HyAdvanCE knüpft an die Arbeit der GL im Vorgängerprojekt H2CE – Empowering H2-ready regions in Central Europe an. Im Rahmen von H2CE wurden Ansätze entwickelt, um Wasserstoff stärker in die räumliche und regionale Planung einzubeziehen. Mit HyAdvanCE werden diese Arbeiten mit einem stärkeren Fokus auf grenzüberschreitende Planungsprozesse fortgeführt.
Die Abstimmung räumlicher Entwicklungen über administrative Grenzen hinweg gehört zu den Aufgaben der Gemeinsamen Landesplanung. Mit dem Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft gewinnen zugleich neue Energieinfrastrukturen, Flächenbedarfe und räumliche Beziehungen zwischen Erzeugung, Transport und Nutzung an Bedeutung. Die GL bringt daher ihre Erfahrungen aus der räumlichen Planung sowie aus der transnationalen Zusammenarbeit in das Projekt ein.
Die Lead-Partner-Funktion ermöglicht es der GL, die in H2CE gewonnenen Erfahrungen weiterzuführen, Ergebnisse verschiedener europäischer Wasserstoffprojekte miteinander zu verknüpfen und die entwickelten Ansätze in einem für Berlin und Brandenburg relevanten grenzüberschreitenden Raum anzuwenden.
Für die GL steht insbesondere die Zusammenarbeit im Raum Ostbrandenburg–Westpommern im Mittelpunkt. Im Rahmen eines deutsch-polnischen Piloten wird untersucht, wie die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft auf beiden Seiten der Grenze stärker aufeinander abgestimmt und in räumliche Planungsprozesse einbezogen werden kann.
Hierzu werden bestehende Planungen und Aktivitäten sowie Informationen zu erneuerbaren Energiepotenzialen, Wasserstofferzeugung und -nutzung und relevanten Infrastrukturen zusammengeführt. Zugleich werden bestehende Akteurs- und Kooperationsstrukturen in der Grenzregion einbezogen. Auf Brandenburger Seite wirken unter anderem die Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim, die Kreiswerke Barnim als Träger der Wasserstoffregion Barnim-Uckermark sowie die IHK Ostbrandenburg an den Aktivitäten mit.
Auf Grundlage der Pilotaktivitäten wird ein grenzüberschreitender Planungsansatz für Ostbrandenburg und Westpommern entwickelt und in ein strategisches Dokument für die weitere deutsch-polnische Zusammenarbeit im Wasserstoffbereich überführt. Die Ergebnisse werden zugleich in die übertragbaren Planungsansätze des Gesamtprojekts einbezogen.
Die Erfahrungen aus den vier Piloträumen werden aufbereitet und für andere Regionen in Mitteleuropa nutzbar gemacht. Neben der Hydrogen Planning Guidance entstehen strategische und praxisorientierte Lösungen für die grenzüberschreitende Wasserstoffplanung.
Hierzu wird auch die im Vorgängerprojekt H2CE entwickelte H2CE Collaboration Platform weiterentwickelt. Sie soll die Projektergebnisse bündeln und den Erfahrungsaustausch zwischen Regionen, öffentlichen Verwaltungen und weiteren Akteuren unterstützen.
Projektwebsite Interreg CENTRAL EUROPE: HyAdvanCE – Advancing Hydrogen Planning in Central Europe