Bild: Marschallamt der Wojewodschaft Lubuskie

Zweite Studienreise im Brandenburg-Lebuser Verflechtungsraum: Verwaltungsmitarbeitende aus Brandenburg und Berlin zu Gast in Zielona Góra und Warschau

Vom 14. bis 17. Oktober 2025 informierten sich Verwaltungsmitarbeitende der Länder Brandenburg und Berlin sowie der Städte Frankfurt (Oder) und Cottbus gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitenden aus der Wojewodschaft Lubuskie bei einer Reise nach Zielona Góra und Warschau zu Fragen der Raumentwicklung in Verbindung mit Stadtplanung, Energie- und Verkehrsfragen. Es war die zweite Studienreise im Rahmen des Projekts „BB-L Interconnection. Vision für einen gemeinsamen Verflechtungsraum“, um den fachlichen Austausch zwischen Institutionen und Regionen nachhaltig zu vertiefen.

Ziel der Reise war es, sich über aktuelle Entwicklungen und strategische Vorhaben in der Wojewodschaft Lubuskie und Gesamtpolen zu informieren und anhand von Beispielen aus der Praxis und durch Treffen mit Vertretern der kommunalen, regionalen und nationalen Ebene das polnische Raumplanungs- und Verwaltungssystem besser verstehen zu lernen.



Programm der 2. Studienreise im Rahmen von „BB-L Interconnection“

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Zielona Góra – Strategische Entwicklung der Wojewodschaft und kommunale Raum-, Stadt- und Wärmeplanung

Zum Auftakt begrüßte Anna Chinalska, Vorstandsmitglied der Wojewodschaft Lubuskie, die Gäste im Marschallamt und betonte den Beitrag des Projekts BB-L Interconnection zum Aufbau einer dauerhaften grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und zur Stärkung der institutionellen Kapazitäten in der Region. Den Stand der Projektumsetzung stellte Cezary Wysocki, stellvertretender Direktor der Abteilung für Geodäsie, Immobilienwirtschaft und Raumplanung vor, während Dr. Magdalena Balak-Hryńkiewicz, stellvertretende Direktorin der Abteilung für Wirtschaft und Entwicklung, die Entwicklungsstrategie der Woiwodschaft Lubuskie 2030 präsentierte und dabei auf die Synergien zwischen den regionalen Maßnahmen und den Zielen des Projektes BB-L Interconnection hinwies.

Im Anschluss informierten sich die Teilnehmenden im Rathaus über die Flächennutzungsplanung der Stadt Zielona Góra. Małgorzata Maśko Horyza, Direktorin der Abteilung für Stadtentwicklung – Stadtentwicklung, und ihr Team stellten den in Aufstellung befindlichen sogenannten „Allgemeinen Plan“ (Plan Ogólny) vor, der ein neues mit dem deutschen Flächennutzungsplan vergleichbares Planungsinstrument darstellt und den alle Gemeinden Polens bis spätestens 30.06.2026 aufstellen müssen. Zudem gaben Sie einen Überblick über die Revitalisierung beeinträchtigter Gebiete der Stadt Zielona Góra im Rahmen des Revitalisierungsplans. Bei einem Stadtrundgang durch die Innenstadt machte sich die Gruppe ein eigenes Bild dieser Bereiche rund um den Plac Słowiański, Plac Teatralny und das Palmenhaus. Der Tag endete bei einem gemeinsamen Abendessen mit anschließendem integrativem Bowling im Hotel Grape Town.

Präsentation der Entwicklungsstrategie der Woiwodschaft Lubuskie 2030Bild: Marschallamt der Wojewodschaft Lubuskie
Vortrag bei der Stadt Zielona Góra zur FlächennutzungsplanungBild: Marschallamt der Wojewodschaft Lubuskie

Die Besichtigung des Heizkraftwerkes in Zielona Góra stellte den ersten Programmpunkt am zweiten Tag dar. Nach einem Kurzvortrag zur Bedeutung des Energieversorgers für die kommunale Wärmeversorgung von Zielona Góra und der Region, führte der technische Leiter die Gruppe durch das Kraftwerk und erläuterte anschaulich dessen Funktionsweise. Zurück im Marschallamt, gaben zwei Vertreter von der Generaldirektion für Landesstraßen und Autobahnen sowie von der Straßenbaubehörde in Zielona Góra einen Einblick in die Straßenbauinvestitionen in der Wojewodschaft Lubuskie. Am Nachmittag fuhr die Gruppe nach Warschau.

Warschau – das Verwaltungs- und Raumplanungssystem aus der nationalstaatlichen Perspektive

In Warschau stand am 16.10.2025 nach einer Stadtführung durch revitalisierte Gebiete im Stadtviertel Praga der Besuch des Sejms auf dem Programm. Bei dieser Gelegenheit kam die Gruppe mit einem Vertreter des Ausschusses für Infrastruktur, der an diesem Tag neben vielen weiteren Ausschüssen tagte, sowie Abgeordneten der Region Lubuskie ins Gespräch.

Am letzten Tag der Studienreise war die Gruppe beim Ministerium für Entwicklung und Technologie zu Gast, wo Herr Łukasz Marciniak, Stellvertretender Direktor der Abteilung für Raumplanung, einen Überblick über das polnische Raumplanungssystem gab. Im Anschluss stellten Mitarbeitende des Ministeriums für Fonds und Regionalpolitik das 2025 verabschiedete Konzept für die Entwicklung des Landes bis 2050 sowie das Modell der funktionalen und räumlichen Struktur vor.

Führung durch den SejmBild: Frank Amey
Schematische Übersicht zum 2023 reformierten Raumplanungssystem PolensSchematische Übersicht zum 2023 reformierten Raumplanungssystem PolensBild: Antje Wilke

Die Studienreise vermittelte insgesamt einen komplexen Eindruck des polnischen Raumplanungssystems aus verschiedenen Perspektiven sowie strategischer (Fach)Planung auf regionaler und nationaler Ebene im Austausch mit Experten aus Verwaltung und Politik. Dabei wurde auch die Funktionsweise des zentralstaatlichen Systems anschaulich, deren Kenntnis für eine gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit sehr relevant ist.

Die dritte Studienreise wird 2026 nach Berlin, Potsdam und Brüssel stattfinden.

Bild: Interreg Brandenburg-Polska

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