


Am Donnerstag, den 30. April 2026, fand in der Cottbuser Stadthalle ein weiterer Beteiligungsworkshop im Rahmen des Projekts „BB-L Interconnection – Vision für einen gemeinsamen Verflechtungsraum“ statt. Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, der Regionalplanung, der Euroregionen der öffentlichen Verwaltung sowie der Wissenschaft aus Brandenburg und Lubuskie waren der Einladung der GL gefolgt.
Der Workshop stellte einen wichtigen Schritt bei der Erarbeitung der Expertise „Polyzentrale Siedlungsstruktur im Brandenburg-Lebuser Verflechtungsraum“ dar, mit deren Erarbeitung das Planungsbüro complan Kommunalberatung betraut ist. Die Expertise untersucht die räumliche Entwicklung mit Fokus auf Daseinsvorsorge, Mobilität sowie interkommunale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit für den Verflechtungsraum.
Die Teilnehmenden vor dem Veranstaltungsort Stadthalle.Bild: complan KommunalberatungNach einführenden Worten der Projektpartner begrüßte die Beigeordnete und Bürgermeisterin der Stadt Cottbus, Doreen Mohaupt, die Teilnehmenden. Sie hob die städtischen Aktivitäten im Bereich der deutsch-polnischen Zusammenarbeit hervor und betonte Cottbus` Rolle als Anker im Brandenburg-Lebuser Verflechtungsraum.
Zum inhaltlichen Auftakt gab das Team von complan Kommunalberatung einen Überblick über die bereits erfolgten Schritte und Zwischenergebnisse bei der Erarbeitung der „Expertise zur polyzentralen Entwicklung im Brandenburg-Lebuser Verflechtungsraum“. Eine erste Auswertung einer kommunalen online-Umfrage sowie von durchgeführten Interviews mit den Vertreterinnen und Vertretern der größten und grenznahen Zentren des Projektgebietes sowie den Euroregionen wurde präsentiert. So werden bei der Bewertung der Daseinsvorsorge insbesondere im Bereich Gesundheit und Pflege zukünftig Engpässe erwartet. Das Potenzial für die grenzüberschreitende Kooperation wurde von den befragten Kommunen vor allem für Kultur, Freizeit und Bevölkerungsschutz als besonders hoch eingeschätzt. Aber auch für weitere Bereiche der Daseinsvorsorge werden Potenziale gesehen. Herausgearbeitet wurden überleitend zum nächsten Programmpunkt die Chancen von Kooperationen in Zeiten multipler Herausforderungen und die Relevanz gerechter Mobilität und Erreichbarkeit als Schlüsselfrage für eine gute Versorgung (siehe unten verfügbare Präsentation der Veranstaltung).
Im darauf aufbauenden Workshop-Teil der Veranstaltung tauschten die Teilnehmenden für die verschiedenen Felder der Daseinsvorsorge Erfahrungen mit konkreten Projekten aus und diskutierten mögliche Ansätze für die Zukunft. Erfolgreiche Kooperationsprojekte wie beispielsweise die gemeinsame Kläranlage oder das Gesundheitsprojekt Naemi+ der Eurostadt Guben-Gubin, der gemeinsame Naturerbe-Erhalt sowie die Zusammenarbeit der medizinischen Fakultäten von Zielona Góra und Cottbus, oder das Projekt „Mobile Doppelstadt“ von Frankfurt (Oder) und Słubice sowie verschiedenste Vorhaben des (Rad)tourismus auch auf Landkreisebene wurden von den zuständigen Akteuren eingebracht.
Ulrike Engelke von complan Kommunalberatung moderiert eine Workshopgruppe.Bild: complan Kommunalberatung
Gesammelte Ergebnisse der anderen Gruppe.Bild: complan KommunalberatungAls Visionen für eine verbesserte Zusammenarbeit für die integrierte räumliche Entwicklung wurden beispielsweise zusammengeführte Rauminformationen über eine Plattform bzw. ein deutsch-polnisches Geoportal oder die Betrachtung in grenzüberschreitenden Funktionsräumen z.B. bei der Gewerbeflächenentwicklung genannt. In diesem Kontext lieferte das genannte Projektbeispiel „LATI – Forschungslabor für Territoriale Intelligenz“ aus der deutsch-luxemburgisch-französischen Großregion Inspiration. Weitere Ansatzpunkte betrafen die Entwicklung einer deutsch-polnischen Gesundheitsregion oder einer Allianz der Daseinsvorsorge als Modellregion angesichts des demografischen Wandels. Im Bereich Governance wurde die Weiterentwicklung von Formaten wie z.B. der deutsch-polnische Kongress der Ortsvorsteher zur Aktivierung der lokalen Ebene oder die Einbindung der Doppelstädte als Multiplikatoren vorgeschlagen. Aber auch Vorschläge zur Ausweitung touristischer und sprachlicher Angebote als Einstieg für soziokulturelle Kontakte und Kooperation fanden breiten Anklang.
Eine umfassende Auswertung der Workshop-Inhalte erfolgt im Rahmen der abschließenden Erarbeitung der „Expertise zur polyzentralen Entwicklung im Brandenburg-Lebuser Verflechtungsraum“. Diese wird beim nächsten, inhaltlich anknüpfenden Workshop am 18. Juni 2026 in Kostrzyn an der Oder (im Hotel Bastion) vorgestellt.
Die Anmeldung ist bereits jetzt unter folgendem Link möglich: https://forms.gle/HmzVyCitty4N6WYr9
Versand und Veröffentlichung des Programms erfolgen Anfang Juni.